»Die Schattenschwester«

Im Schatten der eigenen Schwester und ein Schatten, der auf der Seele der Schattenschwester lastet.

In »Die Schattenschwester« (Goldmann, 2016), dem dritten Roman der Reihe der sieben Schwestern Lucinda Riley, geht es um Star. Star steht wie der Titel des Buches verrät ihr Leben lang im Schatten ihrer älteren Schwester Cece. Aber sie entscheidet sich dafür aus diesem Schatten heraus zu treten und ihre Vergangenheit zu verfolgen, die sie zunächst in ein kleines uriges Antiquariat in London führt. Star interessiert sich sehr für alte Literatur, hat aber für ihre Schwester auf ein Studium an einer renomierten Universität verzichtet.

Mich fasziniert der Charakter von Star, eigentlich Asterope, nach dem Siebengestirn am Himmel benannt, denn sie findet den Mut ihren eigenen Weg zu gehen. Sie verlässt den Schatten und macht sich auf die Suche nach ihrer eigenen Identität. Ich kann mich sehr gut mit Star identifizieren, da ich auch lange nach mir selbst gesucht habe (und es vielleicht immer noch tue). Daher stellt der dritte Band die ersten beiden für mich persönlich in den Schatten.

Neben der wunderbaren Ausarbeitung der Figuren, des Plots und der authentischen Beschreibung vom ländlichen England, gibt es natürlich wie für die Autorin üblich, abschnitte in die Vergangenheit. Es ist immer wieder interessant, wie die Menschen früher gelebt haben. Hier erhalten wir einen Einblick in das London, vom Adel regierte London, vor dem zweiten Weltkrieg. Dort, wo die jungen adligen Frauen noch mit rauschenden Festen in das gesellschaftliche Leben eingeführt und an einen einflussreichen Mann vermittelt wurden. Der Leser wird in eine königliche, einflussreiche, statusorientierte glitzernde Welt entführt.